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Palliativmedizin

„Nicht dem Leben mehr Tage hinzufügen,
sondern den Tagen mehr Leben geben.“

Cicely Saunders, England 1968

Palliativmedizin

Namengebend für den Begriff Palliativmedizin ist ein Vorgang der sich gerade in früheren Zeiten häufig abgespielt hat: wenn ein hilfsbedürftiger Mitmensch durch Kälte beeinträchtigt war, fror und litt Kälteschmerzen, so hat man ihm einen Mantel (lateinisch „Pallium“) übergedeckt um seinen Kälteschmerz zu lindern in dem Wissen, dass man Kälte selbst nicht beseitigen kann.

Dieser Vorgang ist namengebend für die Palliativmedizin, die sicherlich eine sehr alte Medizin ist und sich stützt auf die umfangreichen Erfahrungen unserer Vorfahren, die schon früh lernten Schmerzen zu lindern, Wunden zu behandeln und Verzweifelte zu trösten. Die Zuwendung zu Kranken und Hilflosen sowie die Bestattung der Toten sind die ältesten Kulturleistungen der Menschen und sind mit der Menschwerdung definitionsgemäß verbunden.

Die moderne Medizin hat fantastische Möglichkeiten und kann in vielen Fällen Heilung von Krankheiten bewirken und hat deshalb gerade in unserem Zivilisationsbereich der wohlhabenden Industrienationen einen sehr hohen Stellenwert. Die Ansprüche der modernen Medizin an die Ärzte und Pflegenden und alle in ihrem Bereich arbeitenden sind sehr hoch und es besteht die Gefahr, dass die Aktionen keinen ausreichenden Raum für zwischenmenschliche Begegnung ermöglichen, was gerade für Schwerstkranke von großer Wichtigkeit ist.