Spezielle Erkrankungen
Aneurysma
Eine Erweiterung (Aneurysma) der Hauptschlagader (Aorta) tritt vor allem im Bauchbereich (Abdomen) auf. Die Häufigkeit dieser Erkrankung liegt bei ca. 5 % bei über 60jährigen. Das heißt in der Oberpfalz und Niederbayern leben ca. 28.000 Menschen mit einem Aneurysma
Operiert werden kann diese Erkrankung seit 1952. Heute ist es eine Standard-Operation, bei der nur unter 3 bis 5% der Operierten versterben. Durch den Einsatz der minimal-invasiven Stentgraft-Methoden, können auch Patienten im höheren Alter und mit weiteren Risikofaktoren mit einem vertretbaren Risiko behandelt werden. Besonders profitieren hiervon Patienten, die :
- bereits einen Herzinfarkt in der Vorgeschichte hatten
- ein besonders hohes OP-Risiko haben (ASA IV)
- älter als 75 Jahre sind
- bereits mehrmals im Bauch voroperiert wurden
All diesen Patienten ist wenn immer möglich die endovaskuläre Aneurysma- Ausschaltung anzuraten.
Ist es bereits zu einem Einriß (Ruptur) der erweiterten Bauchschlagader gekommen, liegt eine lebensbedrohliche Situation vor. Erste Symptome sind plötzliche Bauch- oder Rückenschmerzen, gefolgt von einem mehr oder minder schnell einsetzendem Kreislaufschock. Von einer raschen operativen Versorgung hängt das weitere Schicksal des Patienten ab. Jedoch Versterben trotz einer standardisierter Operation in Deutschland ca. 45 % dieser Patienten. Nachdem die endovaskuläre Technik bei elektiven Patienten hervorragende Ergebnisse lieferte, wird diese auch im Notfall eingesetzt und kann einen entscheidenden Fortschritt im Überleben darstellen.
Im Bereich des Brustkorbes (Aorta descendens) sind offene Operationen deutlich gefährlicher und erfordern oft den Einsatz einer Herzlungen-Maschine. Je nach Ausdehnung des Aneurysmas versterben ca. 15 % der Patienten an der Operation und ein annähernd gleich hoher Anteil ist anschließend querschnittsgelähmt.
Hier brachte der Einsatz von Stentgrafts eine deutliche Verbesserung: Querschnittslähmungen sind nur noch selten ( ca. 1%) und die Letalität liegt unter 5%. Auch bei Sonderformen wie der Aortendissektion (Spaltung der Hauptschlagader v.a. bei Hochdruck-Patienten) kann die Stentgraft-Methode zur schonenden Behandlung eingestzt werden.
Einrisse der Aorta descendens, wie sie bei Unfallopfern (Hochgeschwingigkeit: Motorrad, etc.) oder Patienten mit entzündlichen Wandveränderungen der Aorta descendens) auftreten haben ebenfalls hervorragende Ergebnisse mit endovaskulär eingebrachten Stentgrafts gezeigt.
Durchblutungsstörungen an den Beinen
Durchblutungsstörungen an den Beinen sind eine Volkskrankheit und treten sehr häufig auf. Ca. 0,6% - 9,2% aller Deutschen, je nach Alter, leiden darunter. Erste Symptome sind Schmerzen in den Waden beim Gehen. Diese Verschwinden nach einer kurzen Pause wieder, Daher rührt auch der Name „Schaufenster-Krankheit“. Beträgt die schmerzfreie Gehstecke weniger als 200 m, sollte eine genaue Abklärung erfolgen. Diese beeinhaltet immer eine Gefäßdarstellung (Angiographie) und weist den Weg zu den verschiedenen Therapieoptionen, zu denen auch die Bypass-Operation zählt. Sie wird meist erst bei den schwierigen Fällen angewandt. Mit einem Bypass kann Blut (und damit Sauerstoff) in den unteren Teil des Beines geleitet werden: die Schmerzen verschwinden und evtl. vorhandene Wunden am Fuß heilen wieder ab. Vorhandene Engstellung oberhalb oder unterhalb des Bypasses können intraoperativ mittels endovaskulärer Technik (Ballonkatheter) aufgedehnt und somit beseitigt werden.
Bezüglich der Lokalisation wird unterschieden, ob der Bypass oberhalb oder unterhalb des Kniegelenkes endet. Ausgangspunkt eines Bypass am Bein ist in der Regel die Leistenschlagader. Generell kann gesagt werden, je länger ein Bypass zu werden hat, umso schwieriger ist die Operation und umso ungünstiger werden die Ergebnisse. Das beste Material für einen Bypass sind körpereigene Venen, die man am Bein für den Bypass entnehmen kann. Sind nur schlechte Venen (Krampfadern) vorhanden oder wurden sie bereits für Herz-Bypässe entnommen, werden Bypässe aus Kunststoff-Materialien eingesetzt. Eine gute medikamentöse Nachbehandlung mit blutverdünnenden Medikamenten verbessert die Funktion von Bypässen.
Ein funktionierender Bypass am Bein
- beseitigt Schmerzen in Ruhe oder beim Gehen
- lässt vorhandene Wunden abheilen
- verhindert eine Bein-Amputation
Unerläßlich ist zudem eine konsequente Behandlung der Risikofaktoren für die generalisierte Gefäßerkrankung: hierzu zählen hoher Blutdruck, Nikotin, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) und hohe Blutfettwerte.



