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Diagnostik

Wird eine Darmkrebserkrankung bei Ihnen vermutet, müssen Sie verschiedene diagnostische Untersuchung durchlaufen, damit sich Ihr behandelnder Arzt ein genaues Bild von Ihrer Erkrankung machen kann. Auf der folgenden Internetseite haben wir Ihnen die möglichen Untersuchungen zusammengestellt.

Dickdarmspiegelung (Koloskopie)

Die Dickdarmspiegelung ist das sicherste Verfahren, um einen Darmkrebs festzustellen. Auch wenn der Darmkrebs im Enddarm gelegen ist, sollte stets eine Spiegelung des gesamten Dickdarms erfolgen, um weitere Befunde auszuschließen. Bei bis zu fünf Prozent der Patienten mit einem Darmkrebs liegt nämlich ein zweiter bösartiger Darmtumor vor.

Es kann sein, dass der Darmkrebs den Darm bereits sehr stark einengt, so dass der Schlauch zur Spiegelung nicht über den Tumor hinweg vorgeschoben werden kann. In solchen Fällen wird dringend empfohlen, eine vollständige Darmspiegelung innerhalb von sechs Monaten nach der Operation nachzuholen.

Liegt ein zweifacher Darmkrebs vor, hat dies natürlich erheblichen Einfluss auf die Ausdehnung der durchzuführenden Operation. Liegen zusätzlich zum Darmkrebs weitere noch gutartige Tumore (Polypen) vor, können diese endoskopisch mit der Schlinge abgetragen werden, so dass der Chirurg später die Operation auf den Darmkrebs allein ausrichten kann.

Eine Schlinge umfasst den Stiel des Polypen, um ihn mit elektrischem Schneidestrom abzutrennen.
Die Schlinge wird zugezogen und unter Strom gesetzt.
Der gestielte Polyp ist nun abgetrennt.

Enddarmspiegelung (Rektoskopie)

Selbst wenn ein Enddarmkrebs bereits durch eine flexible Dickdarmspiegelung gesichert wurde, muss zusätzlich auch eine Untersuchung mit dem starren Gerät erfolgen, um den Abstand zwischen Tumorunterrand und Schließmuskel exakt bestimmen zu können. Dies ist von erheblicher Bedeutung für die operative Strategie, da Tumore im oberen Enddarmdrittel anders behandelt werden als die übrigen Enddarmtumore. Auch wird mit dieser Untersuchung festgelegt, ob der Schließmuskel bei einem ganz tief gelegenen Tumor erhalten werden kann.

Virtuelle Koloskopie

Diese Untersuchung ist eine spezielle computertomographische Untersuchung, bei der die einzelnen Röntgenschichtaufnahmen des Bauches zu einem Block zusammengefügt werden. Der Dickdarm kann auf diese Weise dreidimensional rekonstruiert werden. Die virtuelle Koloskopie kann angewendet werden, um eine Abklärung des Restdickdarms durchzuführen, wenn der Darmkrebs für das Koloskop nicht passierbar ist. Allerdings lassen sich nur Befunde über 10 mm Größe sinnvoll darstellen. Nachteilig ist außerdem, dass keine Gewebeproben entnommen werden können.

Untersuchung mit dem Finger

Das Austasten des Analkanals und des unteren Enddarms ist bei jedem Darmkrebs eine unverzichtbare Untersuchung. Insbesondere lassen sich tief sitzende Enddarmtumore mit dem Finger erreichen. Dies erlaubt eine Einschätzung darüber, wie tief der Tumor in die Darmwand einwächst und ob der Schließmuskel erhalten werden kann.

Endosonographie

Eine Endosonographie ist eine Ultraschall-Untersuchung über den After. Diese führen wir routinemäßig bei allen Enddarmtumoren durch, um neben der Computertomographie exakte Informationen über das Tiefenwachstum und damit das Tumorstadium zu erhalten. Eine hohe Aussagekraft dieser speziellen Untersuchung setzt allerdings besondere Erfahrungen des Untersuchers voraus.

Schließmuskelfunktionsprüfung

Im Vorfeld einer Enddarmoperation beim Enddarmkrebs hat diese Untersuchung kaum eine Bedeutung, da sie nicht zur Entscheidung beiträgt, ob der Schließmuskel erhalten werden kann oder nicht. Liegen unabhängig vom Darmkrebs Hinweise auf gestörte Kontinenzfunktion in der Krankengeschichte vor, kann die Schließmuskelfunktionsprüfung (Manometrie) zur Objektivierung beitragen.

Dickdarm-Kontrasteinlauf

Diese Röntgen-Untersuchung wird heute nicht mehr empfohlen.

Tumormarker im Blut

Der Tumormarker CEA ist ein Eiweißstoff, der vom Darmkrebs hergestellt wird und in etwa 70 Prozent der Patienten mit Darmkrebs im Blut vermehrt nachgewiesen werden kann. Liegt der Tumormarker im Normbereich, schließt er also einen Darmkrebs nicht aus. Er sollte vor der Operation abgenommen werden, da ein Wiederansteigen des CEA-Wertes nach der Operation auf einen möglichen Tumorrückfall hinweisen kann.

Ultraschall (Sonographie)

Die Ultraschall-Untersuchung (Sonographie) des Bauches ist eine einfache, jederzeit wiederholbare und völlig ungefährliche Untersuchung. Sie dient dazu, Tochtergeschwülste in der Leber auszuschließen oder erste Hinweise zu liefern, ob der Darmkrebs in benachbarte Organe einwächst. Verdächtige Befunde müssen dann durch ein weiteres bildgebendes Verfahren abgeklärt und gesichert werden, etwa durch eine Computertomographie oder Kernspintomographie.

Als nicht-radiologisches Verfahren hat die Ultraschall-Untersuchung einen sehr hohen Stellenwert in der Verlaufsbeurteilung der Tumorerkrankung. Mit ihr kann man während der Chemotherapie den Verlauf von gesicherten Tochtergeschwülsten hinsichtlich ihrer Anzahl und Größe beurteilen.

Computertomographie

Die Röntgen-Schichtaufnahmen, auch Computertomographie (CT) genannt, ist immer dann angezeigt, wenn sich im Ultraschall der Verdacht auf Tochtergeschwülste in der Leber oder andere unklare Befunde ergeben. Außerdem können vergrößerte Lymphknoten, der Bezug des Darmkrebses zu den benachbarten Organen und Strukturen wie zum Beispiel Gefäße sowie Zeichen möglicher Bauchfellabsiedlungen dargestellt werden.

Insbesondere beim Enddarmkrebs ist die Computertomographie ein wichtiges Verfahren, um schon vor der Operation das Tumorstadium zu bestimmen und damit den weiteren Behandlungsplan festlegen zu können. Aufgrund des CT-Befundes wird also entschieden, ob zunächst operiert wird oder eine Vorbehandlung mit Bestrahlung und Chemotherapie notwendig ist.

Stellt sich der Verdacht eines Tumorrückfalls nach einer primär erfolgreichen Tumoroperation, ist die Computertomographie die Untersuchungsmethode der Wahl.

Kernspintomographie / Magnetresonanztomographie

Der Anwendungsbereich der Kernspintomographie, welche auch Magnetresonanztomographie (MRT) genannt wird, deckt sich mit dem der Computertomographie, wobei letztere für die Routineanwendung sinnvoller erscheint. Unter Anwendung bestimmter Untersuchungstechniken kann die Kernspintomographie für spezielle Fragestellungen zum Tiefenwachstum beim Enddarmkrebs genauere Informationen liefern. Bei der Kernspintomographie werden keine Röntgenstrahlen sondern Magnetfelder zur Diagnostik verwendet.

Gynäkologische Untersuchung

Eine Vorstellung beim Frauenarzt ist angezeigt, wenn die bildgebende Diagnostik durch die Computertomographie oder Kernspintomographie beim Enddarmkrebs den Verdacht nahelegt, dass der Tumor über den Enddarm hinaus in die Gebärmutter, Eierstöcke oder Scheide einwächst.

Urologische Untersuchung

Diese ist nur dann erforderlich, wenn ein Dickdarmkrebs durch organüberschreitendes Tumorwachstum zu einem Harnaufstau in der Niere geführt hat oder ein weit fortgeschrittener Enddarmtumor in die Harnblase einwächst. In solchen Fällen wird der Urologe womöglich eine Spiegelung der Harnblase durchführen (Zystoskopie) und zur Entlastung der Niere für einige Wochen eine Schiene in den Harnleiter einlegen.